Ammersee Obstbau GmbH: Verpackungen aus der Wiese

Ausgangssituation

Die Ammersee Obstbau GmbH ist ein landwirtschaftlicher Betrieb in Breibrunn am Ammersee. Die Wiesen werden extensiv bewirtschaftet, teilweise beweidet oder gemulcht. Der Grünlandaufwuchs wird derzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht geerntet und verwertet. Es fehlt ein Anreiz für eine ökologisch hochwertigere Pflege der Flächen.

Gleichzeitig steigt die Notwendigkeit, plastikfreie und nachhaltige Verpackungslösungen zu finden, die idealerweise regional produziert werden und als Kompost wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden können.

Die Idee

Aus Grünland-Biomasse wie dem anfallende Mähgut der Obstwiesen und will Timo Friesland von der Ammersee Obstbau GmbH kompostierbare Verpackungen wie Obstschalen produzieren. Dafür soll eine einfache, energiearme und multiplizierbare Technik für den regionalen Einsatz entwickelt werden.

Die Idee Faser-Guss-Formteile aus Pflanzenbiomasse herzustellen, wird bereits technisch vielfach erprobt. Neu ist der Einsatz von Extensivgras und einer small-scale-Lösung, die für einzelne Betriebe oder Regionen mit hohem Grünlandanteil eingesetzt werden kann.

Durch die Nutzung der Grünlandbiomasse für Verpackungen kann eine neue Wertschöpfungskette aufgebaut werden, die sowohl die Pflege und Ernte von extensivem, artenreichem Grünland attraktiv machen kann, Plastik vermeidet und die CO2-Bilanz verbessert.

Von der Idee zur Innovation

Das sind die nächsten Schritte:

  • Materialentwicklung: Kombination von Grasfasern mit natürlichen Bindemitteln für Stabilität, Formbarkeit, Kompostierbarkeit
  • Entwicklung einer Pilotanlage mit einfacher, energiearmer, günstiger Faser-Guss-Technik
  • Fertigung eines Verpackungsprototypen
  • Praxistests bei regionalen Direktvermarktern und Kunden

Für die Entwicklung der Idee sucht Timo Friesland Kooperationspartner aus Forschung, Technik und Handel.

In 10 Jahren …

soll „Graspak“ ein fester Bestandteil unseres Betriebs sein – mit einer eigenen Produktionslinie, die Verpackungen aus regionalem Grünlandschnitt herstellt. Die Rohstoffe kommen aus einem Netzwerk von Landwirten rund um den Ammersee, und die fertigen Produkte gehen an Hofläden, den Biohandel und die Gastronomie in der Region.

Darüber hinaus soll das Konzept in andere Regionen übertragen sein, sodass überall dort, wo extensives Grünland bewirtschaftet wird, wirtschaftliche Anreize für dessen Erhalt bestehen. So wird Graspak nicht nur zu einem erfolgreichen Betriebszweig, sondern auch zu einem Beispiel für gelebte Bioökonomie, das ökologische und wirtschaftliche Ziele nachhaltig verbindet.

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