Grünlandbiomasse

Grünland

Grünland liefert hochwertiges Futter für Rinder, Schafe und Ziegen und macht etwa 1/3 der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland aus. Darüber hinaus fördert es die Artenvielfalt, schützt den Boden vor Erosion und Austrocknung, fungiert als Filter für Nähr- und Schadstoffe und schützt somit das Grundwasser und es speichert Kohlenstoff und trägt so zum Klimaschutz bei. Grünland ist die Bodennutzungsart mit dem höchsten Speichervermögen von Kohlenstoff, doppelt so viel wie Ackerböden und mehr als Wald! 

Unter Grünland versteht man allgemein landwirtschaftlich genutzte Flächen, auf denen verschiedene Gräser, Kräuter und Leguminosen wie Klee dauerhaft wachsen. Wird eine Fläche mindestens fünf Jahre lang als Wiese oder Weide genutzt, gilt sie gesetzlich als Dauergrünland und nicht mehr als Acker. Die Grünlandbewirtschaftung hat sich vor allem in Regionen entwickelt, in denen eine ackerbauliche Nutzung nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich war. Das gilt zum Beispiel für Mittelgebirgslagen mit steilen Hängen, Gebiete mit hohen Niederschlägen, hohen Grundwasserständen oder schwer zu bearbeitenden Böden. Die zurückgehende Tierhaltung in diesen Regionen führt dazu, dass das geerntete Gras nicht mehr herkömmlich genutzt werden kann.

Die landwirtschaftliche Nutzung des Grünlands dient bisher vor allem auf Futtergewinnung durch Beweiden (51%) oder reine Schnittnutzung (43%) (BLE 2025). Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und damit einhergehenden Rückgang bzw. Intensivierung der Tierhaltung und Milchproduktion verändert sich diese Nutzung. Zum einen hat die Grünlandfläche hat in Deutschland von 1991 bis 2024 um knapp 12% abgenommen (Umweltbundesamt 2025). Der Rückgang resultiert demzufolge aus einer steigenden Nachfrage nach Futter und Energiepflanzen und daher Umwandlung in Ackerfläche, als auch Nutzungsaufgabe. Zum anderen hat der Anteil an Wiesennutzung gegenüber der Beweidung zugenommen. Das geerntete Gras wird überwiegend als Grassilage für die Tierfütterung konserviert, aber auch als Heu oder zunehmend auch in Biogasanlagen genutzt oder kompostiert. 

Intensive und extensive Grünlandnutzung

Große Unterschiede gibt es bei der Intensität der Nutzung. Je nach Standort, Flächenausstattung und Futterbedarf wird Grünland zum Teil sehr intensiv bewirtschaftet. Bei intensiver Bewirtschaftung wird der Aufwuchs bis zu siebenmal pro Jahr geschnitten und geerntet und entsprechend stark gedüngt, um Nährstoffverluste auszugleichen. Viele Schnitte im Jahr ermöglichen große Futtermengen und hohe Futterqualitäten in Form von höheren Energiegehalten. Auf ungünstigeren Standorten und bei geringerem Futterbedarf wird Grünland dagegen meist extensiver genutzt. Bei extensiver Bewirtschaftung sind ein bis drei Schnitte im Jahr üblich und es wird weniger gedüngt, weil der Nährstoffbedarf geringer ist. Auf diesen Flächen ernten die Betriebe insgesamt weniger und das Futter ist meist weniger energiereich. (BLE 2026)

Die Intensität der Nutzung hat großen Einfluss auf die Zusammensetzung der Pflanzenarten und auf den ökologischen Wert von Grünland. Grundsätzlich gilt: Je extensiver die Nutzung durch geringeren Tierbesatz, wenige Schnitte und wenig Düngung, desto höher ist die Artenvielfalt auf den Flächen. Rund 40% aller in Deutschland gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen kommen im Grünland vor (BfN 2023). Viele Insekten, Vögel und Säugetiere sind auf Grünland als Lebensraum und Nahrungsquelle angewiesen. Gemäß der EU-Wiederherstellungsverordnung sollen Lebensraumtypen wie Flachlandmähwiesen anhand von Indices wie der Feldvogelpopulation wieder in einen guten Zustand gebracht werden. Zu den Wiederherstellungsmaßnahmen im Offenland gehören die Extensivierung von Grünland durch Verringerung der Mahd und Düngemittel, Einstellung des Pflügens von Grünland, Verbesserung der hydrologischen Bedingungen sowie die Schaffung von Vernetzungsstrukturen. 

Neben einem artenreichen Aufwuchs hat Dauergrünland im Vergleich zu Ackerflächen viele ökologische Vorteile. Damit es erhalten bleibt, gibt es bereits viele Fördermöglichkeiten wie den Vertragsnaturschutz oder Ökoregelungen. Im Rahmen der Bioökonomiestrategien braucht es zukünftig aber auch innovative Konzepte und wirtschaftlich attraktive Verwertungsmöglichkeiten für die Biomasse von freiwerdendem Grünland

Verwertung von Grünlandbiomasse

Traditionelle Nutzung in der Landwirtschaft

  • Beweidung: Weidefleisch, Weidemilch
  • Mähen für Tierfutter: Heu, Silage, Pellets
  • Mähen für Einstreu oder Mulchen

Energieerzeugung

  • Verbrennung: direkt oder als Pellets
  • Vergärung: Biogas

Bodenverbesserung

  • Kompostieren
  • Pyrolyse: Pflanzenkohle (auch als Tierfutter)

Bioökonomischer Fokus: Stoffliche Verwertung und Kaskadennutzung

  • Pyrolyse: Pflanzenkohle als Baustoff + Energiequelle
  • Bioraffinerie: Proteine, Nährstoffrückgewinnung für Düngemittel z.B. Phosphor, Plattformchemikalien für z.B. Verpackung, Textilien, Kosmetik
  • Materialverarbeitung: Papier, Baustoffe oder andere Produkte
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