Fachaustausch Gras-Bioökonomie: Dokumentation
27.10.2026
Grünland erfüllt wichtige Funktionen für Biodiversität, Klimaschutz und Landschaftspflege. Gleichzeitig wird erwartet, dass durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft, sinkende Tierbestände sowie die Vernässung organischer Böden künftig größere Mengen an Grünlandbiomasse außerhalb der klassischen Futterproduktion verfügbar werden. Bundesweit fallen auf dem Dauergrünland jährlich rund 28 Millionen Tonnen Trockenmasse an. Die Tagung zeigte, dass dieses Biomasseaufkommen künftig stärker als Rohstoff für eine biobasierte Wirtschaft genutzt werden könnte.
Vorgestellt wurden zahlreiche stoffliche und energetische Nutzungspfade. Das Spektrum reicht von Graspapier, Faserplatten, Dämmstoffen, Verpackungen und Bioraffinerie-Produkten über Pflanzenkohle bis hin zu Biogas, Biomethan und thermochemischen Verfahren. Besonders interessant wird die Kaskadennutzung angesehen, bei der die Biomasse zunächst hochwertig stofflich genutzt und anschließend energetisch verwertet wird, vor allem kombinierte Konzepte. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sei es, die richtige Anlagengröße zu finden und die Reststoffe und Nebenprodukte zu nutzen. Ob sich eine Nutzung durchsetzt hängt stark von den Erträgen, der regionalen Verfügbarkeit und den Ernte- und Transportkosten ab.
Als zentrale Erfolgsfaktoren wurden regionale Wertschöpfungsketten, kurze Transportwege, Kreislaufwirtschaft, die Nutzung bestehender Infrastruktur sowie langfristige Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Kommunen, Unternehmen und Energieversorgern genannt. Die größten Herausforderungen liegen weniger in der Technik als vielmehr in Wirtschaftlichkeit, Vermarktung, Rohstofflogistik und regulatorischen Rahmenbedingungen.
Das Fazit der Tagung: Die technologischen Grundlagen sind überwiegend vorhanden, nun gilt es, wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle und regionale Bioökonomie-Strukturen aufzubauen. Wirtschaftlichkeit und nachhaltige Nutzung von Grasbiomasse werden dabei nicht als Widerspruch, sondern als gemeinsames Entwicklungsziel verstanden.
Auf der Veranstaltungsseite finden Sie
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- eine strukturierte Zusammenfassung und
- die Präsentation der Referentinnen und Referenten
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